Ein langer Kampf hat sich gelohnt!

Tuufilwa ist eine unserer Kämpferinnen und Sonnenschein in unserem Centre. Ich persönlich habe noch nie in Kind kennengelernt was so viel lacht und Freude verbreitet wie Tuufilwa. Tuufilwa ist 7 Jahre alt und seit 2013 ist und war sie eine der ersten Kinder bei uns im Center. Meine Kollegin Sandra kennt Tuufilwa schon seit sie 2 Jahre alt ist, damals wurde sie zuhause von Sandra ein oder zweimal die Woche besucht und sie hat mit ihr vor dem Shack gearbeitet in der mobilen Einzelföderung. Ich habe Tuufilwa Ende 2012 kennengelernt und ab März 2013 war sie dann bei uns im Centre. Voller Freude und total motiviert hilft sie den anderen und ist total offen um neue Dinge zu lernen.

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Anfangs mussten wir Tuufilwa mit einigen Sachen vertraut machen wie zum Beispiel eine Toilette. Sie wusste nicht wie man eine Toilette mit Wasserspülung benutzt.Den wo sie damals gewohnt hat gab es kein fließend Wasser und die Toilette war ein gegrabenes Loch in der Erde. Tuufilwa war als ganz normal entwickeltes Kind geboren, als die ein paar Monate alt war passierte etwas, wo keiner so genau weiß was passiert ist. Sie kam ins Krankenhaus und war dort für 3 Wochen im Koma und als sie aufwachte hat sie eine Halbseitenlähmung rechts und Probleme in der Sprachentwicklung und vielem mehr.  Sie bekam die Diagnose Cerebal Palsy (CP). Kurz gesagt einen Hirnschädigung hervorgerufen durch ein Ereignis. All diese Informationen haben wir von Tuufilwas Mutter erhalten. Das alles zeigt sich in der Form das Tuufilwa nicht anständig laufen konnte, ihr rechter Fuss war ein sogenannter Storchenfuss und sie ist nur auf ihren Zehenspitzen gegangen.  Ihre rechte Hand ist spastisch und sie kann sie nicht wirklich motorisch benützen. Fühlen tut sie was in der Hand aber sie kann sie nicht bewegen ausser von der Schulter. Und vom Entwicklungsstand entspricht sie nicht eines Kindes ihrem Alters. Sondern hat eine Entwicklungsverzögerung von 2-3 Jahre.

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Tuufilwas Mutter hat leider ein starkes Alkoholproblem und konnte für Tuufilwa nicht mehr gut genug sorgen. Somit mussten wir sie November 2013 in ein Waisenhaus vorübergehend bringen damit es gewährleistet ist das Tuufilwa regelmäßig essen bekommt. Nach dem sie einige Tage bei mir zuhause wohnte und ich sie mit essen verwöhnt hatte, gelang es uns einen Platz für sie zu bekommen. Die Abgabe war glaub ich, so gut es halt in dieser Situation möglich ist, gut und positiv. Die Mutter war mit und wusste wo ihr Kind ist und sie konnte sie auch jederzeit besuchen und Tuufilwa konnte sich auch noch von Mama “verabschieden” war aber gleich schon busy mit den anderen Kindern. Die Versorgung im Waisenhaus ist okay. Leider gibt es soviele Fälle in Namibia das die Sozialarbeiter mit ihrer Arbeit absolut überfordert sind und daher leider die Betreuung Mängel hat.

Tuufilwas Bein wurde diese Jahr immer schlimmer. Die Mutter hatte schon 2013 einen Termin bei einem Fussspezialisten (einem in ganz Namibia) aber leider schaffte sie es nicht die Folgetermine war zunehmen.

Das Bein hat sich insofern verschlimmert das Tuufilwa manchmal Schmerzen angab bzw. nicht mehr richtig laufen konnte und sie das ganze Knie und Fuß nach innen drehte. Es entstand Handlungsbedarf. Zuerst frage ich unsere Physiotherapeutin um Rat, leider wusste sie nicht wie es in den Gemeindenspitälern abläuft, da sie nur Leute betreut die eine Krankenversicherung haben. Da Tuufilwa keine Krankenversicherung hat musste ich einen anderen Plan finden. Jamies Mutter erzählte mir dann einem Fußspezialist im Katutura Hospital der jeden Mittwoch dort sei. Gesagt getan und den Mittwoch danach saßen wir schon im Katutura Hospital.  Nach mehrstündigen warten, waren wir endlich an der Reihe. Gleich hat er beschlossen das Tuufilwa einer OP nicht herum kommt. Da es der einzige Spezialist in Namibia ist und er für das ganze Jahr schon voll ausgebucht war, konnte ich meine Verzweiflung nicht mehr zurückhalten. Wir waren uns alle einig das sie eventuell bis nächstes Jahr gar nicht mehr laufen kann. Nach einmal tief durchatmen sah auch der Doktor meine Verzweiflung und bot mir an sie reinzuquetschen für einen Termin im August. Somit bekam sie für den 22. August den Termin für die OP. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen und war unendlich dankbar. Endlich ein Lichtblick. Den nicht nur die OP war ein Hindernis sondern es wurde in der Zeit auch eine Epilepsie festgestellt bei Tuufilwa die behandelt werden musste bevor sie die Fuß OP erhalten konnte. Gesagt getan nächster Arzt Termin wurde festgelegt. Alles lief gut, am 21.8 brachte ich Tuufilwa dann zur geplanten Aufnahme, den Tag davor war sie bei mir zuhause damit ich sie anständig waschen konnte. Den sie hatte leider seit sehr langer Zeit keine Dusche mehr gesehen. Baden bei Anita ist immer das super Highlight für Tuufilwa, mindestens eine Stunde verbringt sie in der Badewanne und geniesst auch das sie an diesen Tag keinen Pap essen muss, sondern Fischstäbchen mit Kartoffelbüre für sie bereitstehen. Die Nacht war gut und sie hatte keinen Anfall in dieser Nacht. Am nächsten morgen machen wir uns mit Heike gemeinsam auf den Weg ins Krankenhaus. Mit gepackter Tasche und vollem Magen.  Nach 5 stündigen warten kommt endlich der Doktor und nimmt Tuufilwa auf. Wir werden zur Kinderabteilung gebracht wo Tuufilwa die nächsten Tage verbringen wird. 7 Wochen Gips stehen ihr bevor. Ich fragte den Arzt ob er bitte Tuufilwa über das Wochenende hier behalten kann, da ich sicherstellen will das sie was zu essen bekommt. Ich konnte sie leider aus privaten Gründen nicht nach der OP zu mir nehmen. Der Doktor willigte ein, dass sie über das WE hier bleiben kann.

Nach einem 8 stündigen Aufenthalt und vielen Telefonaten wer den die OP Papier unterschreibt brauchte auch Heike und ich eine Pause. Mit zerbrach es fast das Herz den ich musste ein 7 jähriges Mädchen alleine im Krankenhaus lassen ohne zu wissen ob ihre Mutter oder ihre angeblichen Guardians überhaupt kommen.

Zum Glück war eine super nette Krankenschwester im Dienst die sich um Tuufilwa angenommen hat und ihr essen und was zu trinken gab. Dies half ein wenig, als ich das Krankenhaus verlassen habe.

Einen Tag nach der OP besuchte ich die kleine Maus gemeinsam mit unsere Volunteerin Maria. Tuufwila war super gut drauf, natürlich angenervt vom Gips. Schon am zweiten Tag. Aber es war gut zusehen das es ihr gut geht und sie die OP gut überstanden hat. Und ihre Mutter war gemeinsam mit ihr im Krankenhaus.

Nach langer Zeit mit Gips kam Tuufilwa endlich wieder diese Woche ins Centre zurück. Ohne Gips und gehend! Ich hatte Tränen in den Augen dieses Kind laufen zusehen. Nach all den Hürden die wir gemeinsam bewältigt haben. Es hat sich ausgezahlt und auch wenn man glaubt man will aufgeben, es gibt immer noch ein bisschen Kraft den Kampf fertig zu kämpfen!  Derzeit machen wir intensive Physiotherapie und Übungen sodass sie bald ihr “neues” Bein einsetzen kann und springen und laufen kann wie sie will!

Ich wollte diesen Beitrag mit euch teilen, da es einer meiner prägensten Erfahrung in meinem Leben war uns ist. Auch wenn viele eine belächeln und nicht verstehen warum man soviel macht für jemanden, dann hoff ich das diese Menschen es verstehen wenn sie das Video von Tuufilwa sehen!

Vielen DANK!